Energiepolitik: Stromwende ohne Atom

Veröffentlicht von markus.heinzer am

Kein ernstzunehmender Mensch heisst gut, dass wir unseren Nachfahren unlösbare Probleme hinterlassen. Bei der Energieerzeugung durch Kernspaltung entsteht unstabiles Material, das für Mensch und Umwelt mehr als 100’000 Jahre gefährlich ist. Unsere Geschichte reicht vielleicht 5000 Jahre zurück. Die meisten von uns können sich Zeiträume über 100 Jahre gar nicht vorstellen. Die Vorstellung, dass wir fähig wären, Atomendlager zu bauen, die bis ins Jahr 100’000 nach Christus dicht und sicher bleiben, ist absurd.

Beim Abbau von Uran wird die Umwelt massiv verschmutzt. Weil diese in anderen Weltregionen anfällt, können Schweizerinnen und Schweizer die Augen verschliessen und sagen: Atomenergie ist saubere Energie.

Weiterhin auf Atomenergie setzen bedeutet für mich: Das vordringendste Problem (Klimaerwärmung) kurzsichtig mit einer Technologie bekämpfen, die unvorstellbare Risiken mit sich bringt. Diese Risiken können schon heute jederzeit eintreten. Die Wahrscheinlichkeit ist klein aber nicht null, wir wissen es. Seit es Atomenergie gibt, gab es deutlich mehr Zwischenfälle und GAUs als die Prognosen dies voraussagten. Wieso schenken wir diesen Prognosen weiterhin Glauben?

Sobald wir den Blick etwas über unseren eigenen Lebenshorizont hinaus weiten, wird die Technologie erst recht unkontrollierbar. Wir können hoffen, dass unsere Nachfahren dereinst ein Verfahren finden, um unseren Atommüll ungefährlich zu machen. Sie können ihn dann aus unseren Endlagern hervorklauben. Wie unverantwortlich ist denn das?

Es gibt nur eine rationale Entscheidung: So rasch wie möglich die Produktion von Atommüll stoppen.

Falls der Wegfall des Atomstroms zu einem Problem führen sollte (Stromlücke), wird das ein tolles kleines Problemchen sein, das wir innerhalb unserer eigenen Lebensspanne gemeinsam lösen können. Bei solchen Dingen sind wir gut.


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